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Schultrojaner "deinstalliert"

 

 

foto schulbuecher digitalDer "Schultrojaner" kommt - glücklicherweise! - nicht in die Schulen, so entschieden die Kultusministerkonferenz und die Schulbuchverlage auf einer Tagung in Bonn. Stattdessen erhöhten die Bundesländer die pauschale Vergütung für Bildungsmedien an die Verlage. Allen Lehrkräften ist es nun gestattet, bis zu zehn Prozent eines Schulbuches zu kopieren. Diese Kopien dürfen endlich auch in digitaler Form an die Schüler/innen weitergegeben werden.


Endlich aufgelöst wird damit die Grauzone, die medienafine Lehrkräfte bei der Verwendung von Unterrichtsmaterialien auf mobilen Geräten (z. B. Tablets, Notebook-Klassensätze) oder digitalen Tafelsystemen ("Interaktiven Whiteboards") seit einiger Zeit mit mulmigen Gefühlen betraten. Einer der zahlreichen Hinderungsgründe für den Einsatz digitaler Medien in der Schule gehört damit der Vergangenheit an.




Beim "Schultrojaner" handelte es sich um eine Spähsoftware, die in Schulnetzwerken unerlaubte Kopien geschützter Verlagsinhalte aufspüren sollte (aber bisher noch nicht zum Einsatz kam). Der Einsatz der Software war bereits in einem Vertrag zwischen den Bundesländern, Schulbuchverlagen und Verwertungsgesellschaften beschlossen worden und wird nun nach Protesten aus den Schulen und Kritik von Datenschützern wieder zurückgenommen. Das geplante Vorgehen war aus datenschutzrechtlicher, technischer und organisatorischer Perspektive unvorstellbar. Es bleibt eine Anekdote einer Gesellschaft auf ihrem Weg in die digitale Zukunft, in der viele erst das Laufen lernen müssen.

 

Weitere Informationen finden Sie auf Spiegel Online oder www.golem.de.

 


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